Auf Wiedersehen Mette und Klaus Kohlmann

Bald neue Inhaberin des Zeitschriftenladens in der Rheinstraße

„Eigentlich wollte ich schon mit 55 in Rente gehen,“ sagt Klaus Kohlmann lachend, der im Mai seinen 60. Geburtstag feiert. 19 Jahre lang betrieb er – unterstützt durch seine Frau Mette – den beliebten Laden im Ginsheimer Ortskern, in dem es Zeitschriften, Busfahrkarten, Lotto, Schreibwaren und Postdienstleistungen gibt. Am 31. März endet seine Karriere als „Schreibwaren-Kohlmann“. 

Sehr bewusst sind sich Mette und Klaus der Verantwortung gegenüber ihrer Kunden, so dass sie die Nachfolge so organisierten, dass das Geschäft zwar am 31. März um 12.30 Uhr schließt, aber direkt am 1. April um 8 Uhr durch eine neue Inhaberin wieder öffnet – und das ist kein Aprilscherz! „Die Bindung zu unseren Kunden ist sehr stark. Viele kommen täglich. Es war uns ein Anliegen dafür zu sorgen, dass die Ginsheimer weiterhin mit Zeitungen, Fahrkarten, Lotto, Schreibwaren und einer Post hier versorgt sind“, so Mette Kohlmann. 

 

Sie verliebten sich am Telefon

Im positiven Sinne schuld daran, dass aus Klaus Kohlmann „Schreibwaren Kohlmann“ wurde, ist übrigens Mette. Die aus Dänemark stammende Speditionskauffrau kam beruflich 1991 nach Deutschland. Auch Klaus, der ursprünglich Modelltischler und Industriekaufmann gelernt hatte, arbeitete zu diesem Zeitpunkt in der Speditionsbranche. So kam es, dass Mette und er immer mal wieder miteinander telefonierten. „Wir verliebten uns am Telefon ineinander“, so Mette. Als einmal das Bauteil eines Rechenzentrums fehlte, ergriff Klaus die Gunst der Stunde und machte sich persönlich von Bischofsheim auf den Weg zu Mettes Arbeitsstelle in Mörfelden-Walldorf. Ein Jahr später zog sie in der Frankfurter Str. 17 ein und begann den Ginsheimer Dialekt zu lernen, den sie von diesem Zeitpunkt an charmant mit ihrem skandinavischen Akzent kombinierte.

Später wurde Mette Mitarbeiterin der Familie Schneider, die den Schreibwarenladen 1997 von Frau Reccius übernahm. Bis zu diesem Zeitpunkt betrieb die Familie Schneider den Kiosk auf dem Platz zwischen Rhein- und Frankfurter Straße. 

 


Der Kiosk auf dem Platz vorm Schreibwarengeschäft wurde von Hans Härtling (Gründungsmitglied des VDK GiGu, vor kurzem verstorben) gegründet und später von der Familie Schneider geführt. Bevor Frau Schneider das Schreibwarengeschäft nach Übernahme von Frau Reccius öffnete, ließ sie den Eingang von der Rheinstraße auf den Platz verlegen, so wie wir ihn heute kennen. 



 

Die Post geht ab!

Als kurze Zeit später die Poststelle am Friedrich-Ebert-Platz schloss, etablierte Mette als Angestellte von Frau Schneider die Postagentur im Schreibwaren-Laden. Bis heute gehört die Postagentur in der Ginsheimer Rheinstraße zu den am besten organisiertesten Außenstellen der Region, so dass Mette und Klaus in der Vergangenheit immer wieder angefragt wurden, den Aufbau bzw. die Weiterführung anderer Postagenturen zu übernehmen.

Als die damalige Inhaberin Frau Schneider 2002 an den Bodensee zog, entschied sich Klaus, den Schreibwarenladen weiterzuführen.

In 19 Jahren betreuten Mette und Klaus nicht nur die Ginsheimer Kunden, sondern bauten zudem die Postagenturen in Nauheim (2003-2007) und Bischofsheim (2007-2015) auf, die heute unter anderer Leitung an gleicher Stelle fortgeführt werden. Gerade in den letzten Jahren wurden sie dabei von ihrem Sohn Martin – den auch alle Stammkunden kennen – tatkräftig unterstützt.

 

„Es war eine tolle Zeit“

Mette und Klaus Kohlmann gehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Die Kunden werden wir sehr vermissen“, sind sich beide einig. Begeistert sind sie, dass die Ginsheimerin Alessa Savic den Schreibwarenladen weiterführt und alle Mitarbeiter übernimmt. „So ist der Fortbestand gesichert, und frischer Wind tut dem Laden auch mal gut“, so Mette und Klaus Kohlmann.


11.03.2021