Kommunalwahl 2021 – Ergebnisse in GiGu

Mit 46,78 % ist die Wahlbeteiligung identisch mit der letzten Kommunalwahl im Jahr 2016 (46,7 %). An der Zusammensetzung des Stadtparlaments von GiGu ändern die Wahlergebnisse viel: Mit der Partei „Die Linke Mainspitze/Trebur“ zieht mit zwei Plätzen eine weitere politische Kraft in die Stadtverodnetenversammlung ein. Die Grünen legen rund zehn Prozent zu. SPD bleibt stärkste Kraft, verliert jedoch zwei Sitze. Dadurch, dass die Freien Wähler rund acht Prozent einbüßen, bilden sie gemeinsam mit FDP (1 Sitz mehr) und CDU (1 Sitz weniger) nicht mehr die absolute Mehrheit im Stadtparlament.

 

Welches Fazit ziehen die Parteien nach der Kommunalwahl?

 

Die FDP freut sich über den weiteren Sitz im Stadtparlament und sieht damit das Wahlziel erreicht. Auf die „100 %ige Weiblichkeit“ sei man stolz, denn das „zeigt, dass wir die Frauenquote verstanden haben,“ so Johanna von Trotha.

 

Die CDU freut sich, das Ergebnis von 2016 „trotz Gegenwind aus Berlin“ gehalten zu haben und dass sich der Abstand zu den größeren Fraktionen verringert hat. „Die Verjüngung und die weiblichere und breitere Aufstellung unserer Liste sind vom Wähler honoriert worden“, stellt der CDU-Vorsitzende Franz-Josef Eichhorn fest. 

 

Die SPD freut sich über die Rolle der stärksten Fraktion und führt dies auch auf die Themen „Sport- und Kulturhalle Gustavsburg“ und „Altrheinufergestaltung Ginsheim“ zurück, die sie in den letzten fünf Jahren Opposition „rege vorangebracht“ haben.

 

Die Grünen sehen „gemessen am Zuwachs einen klaren Wahlsieg“, von dem sie den Auftrag konsequenten Klimaschutzes ableiten. Christina Gohl sagt: „Klimaschutz ist eine strategische Aufgabe, die ein verlässliches politisches Fundament braucht und sich nicht mit wechselnden Mehrheiten verträgt“, weshalb die Grünen ein Bündnis mit anderen Parteien anstreben.

Die Freien Wähler sind zufrieden, hätten sich aber über einen weiteren Sitz gefreut, „weil man mit neun Sitzen in der Stadtverordnetenversammlung mehr Möglichkeiten hat.“ Bei den Wahlergebnissen in Gustavsburg hätten sich die Freien Wähler gewünscht, dass „unser Ergebnis ein bisschen mehr wie in Ginsheim ausgefallen wäre. Das ist dann aber auch ein Auftrag für die nächsten Jahre!“, so die Freien Wähler.

 

Die Linke Mainspitze/Trebur ist als Newcomer mit dem Wahlergebnis sehr zufrieden. Sie freuen sich, die Schwerpunkte „sozial, ökologisch und gerecht mit transparenter und ehrlicher Politik ohne Angst zu haben, dass die Asphaltparteien ihre Ortsbelastungsstraße durchsetzen können“ transportieren zu können.

 

 


Gewinne & Verluste im Überblick:

CDU 22,01 % (-0,7 %)

Grüne 17,09 % (+ 9,29 %)

SPD 28,53 % (-6,97 %)

FDP 5,76 % (+2,36 %)

Die Linke 4,30 % (1. Mal dabei)

Freie Wähler 22,32 % (- 8,18 %)



Die Top 3 und die nach oben gewählten


Streben die Parteien feste Kooperation oder Koalition mit anderen politischen Vereinigungen an?

 

Die FDP kümmert sich derzeit um Formalitäten aufgrund des neu erreichten Fraktionsstatus, den Parteien ab zwei Sitzen inne haben. „Gespräche für mögliche Kooperationen folgen aber in den nächsten Tagen“, so die beiden Stadtverordneten der FDP.

 

Die CDU steht zur Aussage Sachpolitik ohne Ideologie machen zu wollen. „Dafür werden wir für Sachthemen demokratische Mehrheiten suchen“, so Franz-Josef Eichhorn (Parteivorsitzender), Eine Zusammenarbeit mit den Linken schließe man aus.

 

Der SPD ist es wichtig, Themen, wie „die Sport- und Kulturhalle voranzubringen“. Bis zur konstituierenden Sitzung der Stadtverordnetenversammlung werde man mit allen Fraktionen Gespräche führen. Die SPD merkt an, dass feste Bündnisse vielleicht nicht die klügste Option für die kommenden fünf Jahre sind, sondern bei allen Themen weiter um gute und mehrheitsfähige Lösungen gerungen werden muss.“

Die Grünen sehen die besten Aussichten, den Klimaschutz an oberste Stelle zu setzen in einem Bündnis mit SPD und Linken. Gespräche würden bereits geführt. „Aber natürlich freuen wir uns auch über Unterstützung aus anderen Parteien für ein lebenswertes und nachhaltiges Ginsheim-Gustavsburg“, so Christina Gohl.

 

Die Freien Wähler streben keine feste Kooperation mit anderen politischen Vereinigungen an.

Die Linken stehen Gesprächen offen gegenüber, denn „Wir können unsere Politik nur mit Hilfe anderer Parteien durchsetzen. Dazu brauchen wir die Zusammenarbeit mit den Parteien, die unseren Zielen nahe stehen und die sachlichen Voraussetzungen bieten. Meiner Meinung nach sind dies die SPD und die Grünen. Ob dies eine Koalition oder eine lockere Kooperation sein wird, werden wir entscheiden, wenn wir die Gespräche geführt haben“, so Verena Scholian.


25.03.2021