Susanne Redlin ist Erste Stadträtin von GiGu

Susanne Redlin, Erste Stadträtin von Ginsheim-Gustavsburg 

Herzlichen Glückwunsch an Susanne Redlin! In der konstituierenden Stadtverodnetenversammlung wurde die SPD-Kommunalpolitikerin, die seit 27 Jahren Parteimitglied ist, zur Stellvertreterin des Bürgermeisters gewählt. Ihre Wahl zur ersten Stadträtin stellt einen Meilenstein dar, denn sie ist die erste Frau in diesem Amt. Um euch Susanne vorzustellen, führte ich mit ihr ein Podcast-Interview, das ich hier kurz zusammenfasse. Die Audiodatei findet ihr über den QR-Code.

 

Heimatverbundenheit, Inklusion und Schildkröten

Es war 1992, als sich die zweifache Mutter für ihren mehrfach behinderten Sohn Mirko einen „nomalen“ Kindergartenplatz wünschte. Richard von Neumann (SPD Bürgermeister a.D.) bewarb sich damals um das Bürgermeisteramt und schrieb in seinem Flyer: „Alle Kinder bekommen einen Kindergartenplatz“. „Dadurch kam ich mit den Parteien ins Gespräch und merkte, dass ich mit der SPD übereinstimmte“, erinnert sich Susanne Redlin. Im Rückblick ist sie sehr dankbar, dass ihr Sohn Mirko als erstes, mehrfach behindertes Kind im Kreis Groß-Gerau im Endeffekt einen normalen Kindergartenplatz bekam. „Seitdem ist die Inklusion immer weiter fortgeschritten und wir haben viel erreicht, aber zufrieden sein darf man nicht. Es kann immer noch besser werden“, so die erste Stadträtin, die mittlerweile selbst im Rollstuhl sitzt. „Ich mache nicht-behinderten Menschen keinen Vorwurf, dass ihnen Bedürfnisse von Rollstuhlfahrern nicht auffallen, versuche aber stets zu sensibilisieren“, erzählt Susanne.

„»Ginsheim« und »Gustavsburg« gehören für mich zusammen“, antwortet Susanne auf meine Frage nach ihrer Herkunft. Aufgewachsen sei sie in Ginsheim, wo ihre Mutter herkomme. Ihr Vater kam aus Gustavsburg. Auch wenn sich die Eltern nicht in einer Partei engagierten, sagt sie: „Es war klar, dass wir ein sozialdemokratischer Haushalt waren“.

Ein Jubiläum ihres kommunalpolitischen Engagements steht übrigens kurz bevor. Seit 1997 ist Susanne Mitglied der Gemeindevertretung bzw. Stadtverordnetenversammlung. Dass sie bei ihrem 25-jährigen Jubiläum als erste Stadträtin für das Rathaus stehen wird, das sie als Kind als Grundschule kennenlernte, schließt einen Kreis, der die Heimatverbundenheit von Susanne unterstreicht.

In ihrer Freizeit sammelt Susanne Schildkröten. Eine Leidenschaft, die durch ihre Liebe zu diesen Tieren nicht unbemerkt an ihren Freunden vorbei ging. So erhielt sie im Laufe der Jahre Schildkrötengeschenke aus Stein, Wachs, Holz usw.. „Ich habe ca. 1000 Schildkröten, die nach unserer Renovierung verpackt in Kartons liegen. Es wird Zeit, einen Platz dafür zu finden“, so die Frau, die als Kind Wasser- und Landschildkröten hatte.

Für die nächsten fünf Jahre wünscht sich Susanne „endlich Themen anzugehen, über die schon Jahrzehnte gesprochen wird“. Als Beispiel nennt sie das Altrheinufer Ginsheim, das Feuerwehrgerätehaus Gustavsburg, die Sport- und Kulturhalle, die Sportplatzsanierung Gustavsburg und das Kleine Bürgerhaus am Fritz-Bauer-Platz. Allerdings freue sie sich auch über einen Goldesel, denn das alles durch Belastungen der Bürger zu finanzieren sei keine Lösung. Großen Dank richtet sie an ihren Mann, Mutter und Tochter, ohne deren Unterstützung sie nie so viel Zeit ins politische Ehrenamt hätte stecken können.


Susanne Redlin bekam 2010 die Pflegemedaille des Landes Hessen und 2011 für ihr soziales Engagement das „kleine Bundesverdienstkreuz“ verliehen.




06.05.2021