Rheinschiffsmühlen-Jubiläum wird um ein Jahr verschoben

Gerne hätte der Verein Historische Rheinschiffsmühle Ginsheim im September sein zehnjähriges Jubiläum ausgiebig gefeiert. Aufgrund der nach wie vor bestehenden Corona-Pandemie hatte sich der Vereinsvorstand schon Anfang des Jahres entschieden, davon Abstand zu nehmen. Im Gespräch mit dieser Zeitung machte Vorsitzender Herbert Jack deutlich, dass selbst im Hinblick auf eine potenzielle Eindämmung des Virus im Herbst eine solche Großveranstaltung nicht durchgeführt werden könne. „Wir können alle nicht in die Zukunft schauen, auch wenn bis dahin die meisten Deutschen zweimal geimpft worden sind und als Genesene gelten“, betont Herbert. Der Verein benötige aber eine gewisse Vorlaufzeit, um ein solches Event organisatorisch und logistisch zu stemmen,, so der langjährige Vorsitzende. Auch in „normalen Zeiten“ hätte es einer über Monate gehenden Planungsvorbereitung bedurft, fügt er hinzu. In der jüngsten Vorstandssitzung nahm sich das Gremium dieser Problematik nochmals eingehend an. Man könne sich nicht von der Pandemie abhängig machen, zumal die AHA-Regelungen nach wie vor gelten, so der Tenor des Vorstandes. Selbst wenn die Inzidenz-Werte im Herbst sinken sollten, sei die Pandemie noch nicht im Griff.

Vorstellbar wäre zwar eine kleine Veranstaltung ausläufig der Nato-Rampe, bei der aber die Menschen sich um den Kaffee- und Kuchenstand versammeln. Ein schwieriges Unterfangen, wenn Tische und Bänke aufgestellt werden, dann aber wieder kontrolliert werden müsste, wie viele Personen aus einem Haushalt Platz nehmen dürfen. Aber auch jene Besucherinnen und Besucher, die ihren Kaffee to go mitnehmen und sich bei spätsommerlichen Temperaturen eine Sitzgelegenheit in Richtung Schiffsmühle erkämpfen, müssten die Abstandsregelungen einhalten. Da würde sich die Frage stellen, ob die Überwachung von den Ordnungskräften übernommen werden kann. Und wenn der Wettergott sich nicht von seiner freundlichen Seite zeigt, wäre vorsorglich eine Bedachung vonnöten. Hypothetische Überlegungen, die aber angesichts der Unwägbarkeiten der Pandemie letzten Endes zu einer Verschiebung des Jubiläums geführt haben. Hinzu kommt, dass die Schiffsmühle von jeher nur eine begrenzte Anzahl von Besucherinnen und Besuchern aufnehmen kann. Führungen sind derzeit überhaupt nicht möglich, auch in normalen Zeiten müssen die Schiffsmühlen-Fans sich gedulden, bevor sie in kleinen Gruppen zur Besichtigung aufgerufen werden. Der Verein bleibt dennoch nicht untätig, denn schließlich müssen die Mitglieder und Helferteams das „Innenleben“ der Schiffsmühle in „Schuss“ bringen. Da heißt es die Maschinen und Geräte zu überprüfen und wenn erforderlich, wieder in Betrieb zu setzen. Darüber hinaus muss der Verein jetzt erstmal seine im April ausgefallene Jahreshauptversammlung – coronabedingt – nachholen. So plant Herbert Jack im September eine Präsenzveranstaltung im Bürgerhaus. Der rührige Vorsitzende lässt sich trotz der schwierigen und nicht voraussehbaren Pandemie-Entwicklung aber nicht unterkriegen. Da zeichnet sich ein kultureller Hoffnungsschimmer über der Rheinschiffsmühle aus. Zwei Veranstaltungen im Oktober sind geplant. Zum einen ein Konzert im Schiff, bei dem vier Tubisten für sorgenlose Klänge sorgen wollen. Zum anderen ist nach knapp zwei Jahren „Schiffs-Abstinenz“ wieder eine Lesung in der Rheinschiffsmühle möglich. Mit diesen kulturellen Veranstaltungen setzte der Verein setzte der Verein zahlreiche Highlights, die vom Publikum mit Begeisterung frequentiert wurde.

Gleichwohl betont Herbert, dass auch in coronafreien Zeiten nur ein begrenztes Kontingent von Kulturbeflissenen Zugang finden. Veranstaltungen, bei denen der Vorsitzende sein Publikum gelegentlich mit dem Müller-Gruss „Glück zu“ willkommen heißt. Eine „zeitnahe“ Schulung ist für künftige Schiffsführer vorgesehen. Drei Anwärter, die fachkundig von der Boots-Yacht-Schule RiKo unterrichtet werden, um ihren maritimen Führerschein zu erwerben.

Norbert Fluhr



17.06.2021