Was will uns der Künstler damit sagen?

Warum das Logo von Ginsheim-Gustavsburg so aussieht – eine Interpretation

Die Arbeiten von Künstlern faszinieren mich, seit ich denken kann. Egal ob auf der Bühne, an der Wand oder in Form von Möbeln – Kreative schaffen es immer wieder, mit ihrem unsichtbaren Handwerk Dinge zu schaffen, die auf den ersten Blick oft unscheinbarer aussehen als sie sind. Auch Logos von Firmen, Institutionen – oder wie in diesem Fall – das Logo meiner Heimatstadt stammen aus der Feder von kreativen Designern. Immer wieder erwische ich mich dabei, wie ich mir – teilweise tagelang – über Logos Gedanken mache und mich frage: „Was will mir der Künstler damit sagen?“

 

Ein Beispiel, bevor ich zum Logo von GiGu komme: Apple. Das Erkennungszeichen der Firma, die Computer, iPads, iPhones und vieles mehr herstellt ist ein angebissener Apfel. Ich fragte mich immer: „Was hat das mit Computern zu tun?“ Haben sich die Apple-Gründer vielleicht für irgendein Symbol entschieden, weil sie dachten, „das wird eh nix?“. Ich denke nein. Der angebissene Apfel symbolisiert – so denke ich – die Vision des Gründers Steve Jobs. Zur damaligen Zeit waren Computer selten. Wenige Firmen besaßen einen und Privathaushalte schon gar nicht. Der Gründer wollte, dass Computer etwas Alltägliches werden und in jedem Haushalt stehen. Deshalb der „alltägliche“ Apfel. „Biss“ heißt auf englisch „bite“. Schreibt man das Wort mit „y“ statt „i“ erhält man das Wort „Byte“, was die Maßeinheit für Digitaltechnik ist, wie sie bei Computern Anwendung findet. Das Logo von Apple ist also ein Apfel mit einem Byte, also etwas Alltägliches mit Digitaltechnik – genial oder?!

 

Auch das Logo von Ginsheim-Gustavsburg gab mir Rätsel auf. Auf den ersten Blick sieht es für mich aus wie der Buchstabe G in hell- und dunkelblauen Farbtönen. Schaue ich länger hin, fallen mir die beiden dickeren Balken auf: Der geschwungene dunkelblaue und der gerade hellblaue. Vergleiche ich sie mit einer Luftansicht der Mainspitze liegen sie ähnlich wie die Flüsse Rhein und Main. Symbolisieren die dickeren Balken also die beiden Flüsse, zwischen denen Ginsheim-Gustavsburg liegt? Ich glaube ja. Der Punkt in der Mitte könnte den Betrachtern daher sagen: „Ich bin die Stadt zwischen Rhein und Main“. 

 

 

Als ich mir vor ein paar Tagen unser Stadtlogo erneut betrachtete und meinen Kopf nach links kippte, sah ich im dicken, hellblauen Balken und dem dunkelblauen Punkt auf einmal ein „i“. Das war mir vorher nie aufgefallen. Als jemand, der Ginsheim-Gustavsburg gerne mit „GiGu“ abkürzt wurde ich aufmerksam. Wo ein „G“ und ein „i“ ist könnte ja vielleicht noch ein „G“ und ein „u“ zu finden sein? Und tatsächlich: Wenn man die Linien von außen nach innen liest und dabei den Kopf abwechselnd nach links und rechts kippt, liest man G i G u. Leider kenne ich die Designerin oder den Designer des GiGu-Logos nicht. Gerne hätte ich sie oder ihn gefragt, ob meine Interpretation etwas mit dem zu tun hat, was sie oder er damals bei der Logokreation dachte. Einen bloßen Zufall kann ich mir aber auch nicht vorstellen.

 

Soweit meine Interpretation des Logos von Ginsheim-Gustavsburg. Kommt ihr zu einer anderen Betrachtung? Dann schreibt uns: redaktion@neuesausdermainspitze.de.

Axel S.

Das Logo von Ginsheim-Gustavsburg. 

Früher war anstelle von „Stadt“ „Gemeinde“ im Schriftzug zu lesen.



28.01.2021