Eindrucksvoller Auftakt zum Jubiläumsjahr der Christkönigskirche

Katholische Kirchengemeinde Christkönig Bischofsheim Als am vergangenen Freitag eine dreiviertel Stunde vor Veranstaltungsbeginn die ersten Besucher den Adlersaal betraten, war deren Kommentar: „Es wird bestimmt voll werden, deshalb sind wir so früh da“. Und sie sollten Recht behalten. Weit über 100 Besucher, darunter auch Bürgermeisterin Lisa Gößwein, waren in die Untergasse gekommen. An den Wänden standen Bilder der Christkönigskirche, die Teil einer Ausstellung über moderne Kirchen im Bistum Mainz waren, sowie Photographien, die Besucher aus dem Erzgebirge angefertigt hatten. In der Mitte des Saales war das vom Frankfurter Architekturmuseum ausgeliehene Modell der Christkönigskirche zu bestaunen und neben der Bühne zwei Bilder der Kirche, eine Bleistiftzeichnung von Heinz Langer aus dem Jahre 1946 und ein Aquarell von Georg Mangold aus 1932. 

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Eingeleitet wurde der Abend, den Prof. Dr. Wolfgang Schneider moderierte, vom Organisten Stefan Finkenauer mit einem Auszug aus der Toccata von J.S. Bach.  In seiner Einführung gab Wolfgang Schneider einen Abriss über Gedanken während der Planungsphase für die neue Bischofsheimer Kirche. Dann wurde es sehr persönlich. „25 Jahre wohnte ich in meinem Elternhaus schräg gegenüber, in der Hochheimer Straße 10. Und gelegentlich wurde folgende Geschichte erzählt: Als meine Mutter nach meiner Geburt mit dem Taxiunternehmen Stephan von der Klinik in Mainz nach Hause gefahren wurde, sollen die mittäglichen Kirchenglocken das Erste gewesen sein, was ich von Bischofsheim zu hören bekam. Als Vorstand des Heimat- und Geschichtsverein möchte ich der Katholischen Kirchengemeinde bekunden, ja das ist ihr Gotteshaus, aber das Ereignis 100 Jahre Christkönig ist auch eins für die ganze Kommune.“

Der in Bischofsheim aufgewachsene Pfarrer in Ruhestand Bardo M. Haus ergriff als erster das Wort. Weil sein Vater Jahrzehnte lang Küster war, habe er bereits als kleines Kind eine besondere Beziehung zur Kirche gehabt. Schon früh war sein Wunsch, entweder Priester oder Baumeister zu werden. Von Anfang an haben ihn die Parabeln im Kirchenraum tiefbeeindruckt. Für ihn seien sie wie eine schützende Hand. Die Bischofsheimer Baufirma Astheimer hat das Kirchengebäude errichtet. So war es naheliegend, dass die Bauingenieurin und Urenkelin des Baumeisters, Berenike Astheimer-Heger, die Bauausführung beschrieb. Die Schalung für den Betonbau wurde aus Einzelbrettern erstellt und der Beton auf der Baustelle gemischt. Alles musste vor Ort gefertigt werden. Bereits nach fünf Monaten war das Gebäude soweit fertiggestellt, dass es im November 2026 konsekriert werden konnte. 

Ein „Bauwerk“ in der Kirche ist die im Jahre 2009 errichtete neue Orgel, die der kirchliche Arbeitsplatz für Organist Stefan Finkenauer ist. Er schilderte anschaulich die unterschiedlichen, teilweise sich widersprechenden Überlegungen, die es galt, bei der Planung im Blick zu haben. Eine Platzierung über dem Eingangsportal hätte das eindrucksvolle Portalfenster unsichtbar gemacht, und keinesfalls durften die Parabelstruktur des Altarraums und der Blick auf das große Altarkreuz gestört werden. Wenn man heute den Klang der Orgel vernimmt, kann man uneingeschränkt sagen. „Ein gelungenes Werk“. 

Prof. Dominikus Böhm war nicht nur Architekt vieler Kirchen sondern auch Komponist, bevorzugt von Kinderliedern.  Ein musikalischer Leckerbissen des Abends und eine Überraschung für die Besucher war der Vortrag von vier aus Böhms Feder stammenden Liedern der Bischofsheimer Sopranistin Nora Weinand, am Piano begleitet von Stefan Finkenauer. In zwei der Lieder wurden kleine Mäuschen besungen, und zu Bischofsheim passend natürlich ein Lied über die Eisenbahn und ein Gute Nacht-Lied.

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Besonders verbunden mit der Christkönigskirche sind die beiden Küster Norbert Haus und Gerhard Sautier, deren Beitrag Wolfgang Schneider mit den Worten „Küster und Künstler“ ankündigte. Beide begannen ihren Dienst für die Kirche schon in der Grundschulzeit. Nach ihrer Erstkommunionfeier und nachdem sie die für die damaligen Messfeiern erforderlichen lateinischen Gebete gelernt hatten, wurden sie Messdiener und blieben es bis ins Erwachsenenalter. Während Gerhard Sautier auch noch bis heute als Lektor und als Organisator im Hintergrund wirkt, war es Norbert Haus, der mehrere Ausstattungsgegenstände entworfen hat. Der große Leuchter für die Osterkerze, der Pfingstleuchter sowie der Ambo, das Lesepult der Kirche, sind nach seinen Entwürfen gefertigt worden.

Die Verbundenheit mit dem Heimat- und Geschichtsverein stellte dessen Vorsitzende Mechthild Rühl in den Vordergrund. So sei im Jahreskalender des HGV im Monat November die von Heinz Langer gefertigte Bleistiftzeichnung enthalten. Den Tag des Offenen Denkmals am 13. September 2026 werden der HGV und die katholische Kirchengemeinde gemeinsam gestalten. Dabei soll die im Vorraum der Kirche eingemauerte Pieta eine besondere Würdigung erfahren. Außerdem werde es im Herbst im Heimatmuseum eine Ausstellung zur Christkönigskirche geben, in der auch wieder das im Frankfurter Architekturmuseum stehende Modell der Christkönigskirche präsentiert wird. Aus Anlass des Kirchenjubiläums hatte Axel Schiel, der Redaktionsleiter von „Neues aus der Mainspitze“ ein 8-minütiges Video erstellt, dass die Christkönigskirche aus allen möglichen Perspektiven optisch und inhaltlich darstellt. Michael Barth hat anlässlich des Kirchenjubiläums in jahrelanger Kleinarbeit eine 140 Seiten umfassende Festschrift und Chronik erstellt. In Form einer Powerpoint-Präsentation stellt er zusammenfassend die Inhalte dar.  Die Festschrift, die an dem Abend bereits reißenden Absatz fand wird bei allen kirchlichen Veranstaltungen, auch nach den Gottesdiensten und auf dem Flohmarkt am 28. März in der Untergasse, zum Verkauf angeboten.

Der Abschluss stand im Zeichen des christlichen Liedguts. Stefan Finkenauer intonierte auf seiner elektronischen Orgel ein Medley aus 9 Liedern aus dem katholischen Gesangbuch, alles Lieder, die Christus, den König verherrlichen. Die Besucher stimmten kräftig ein, insbesondere beim Schlusslied „Gelobt seist du Herr Jesus Christ“, das mit „Christkönig Halleluja“ endet.

 

Lang anhaltender Applaus für die Mitwirkenden des Abends war der Lohn für diesen gelungenen Einstieg in das Festjahr der Kirchengemeinde. In seinem Schlusswort dankte Pfr. Zirmer allen Beteiligten mit einem Weinpräsent und zeigte sich überzeugt, dass das Festjahr die Verbindung zwischen Kirche und Gemeinde weiter vertiefen wird.


neuesausdermainspitze.de // 26.03.2026