Wie eng Ehrenamt und Verwaltung heute zusammenarbeiten können – und müssen –, zeigte die Talkrunde am Sonntag im Rahmen der Messe „m3 – mehr als eine Messe“. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie bürgerschaftliches Engagement unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen gestärkt und sinnvoll mit kommunalen Strukturen verzahnt werden kann.
Harald Hofmann eröffnete die Diskussion mit einem übergeordneten Blick: Als Teil des bundesweiten Netzwerks der „Engagierten Städte“ gehe es darum, alle relevanten Akteure – von Vereinen über Verwaltung und Politik bis hin zur Wirtschaft – auf Augenhöhe zusammenzubringen. Ziel sei es, Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen Engagement wachsen kann. Diesen Gedanken griff Bürgermeister Thorsten Siehr auf und betonte die Rolle der Verwaltung als Ermöglicher: Nicht das Vorgabenmachen stehe im Vordergrund, sondern das Bereitstellen von Strukturen, die Engagement erleichtern und koordinieren.
Eine zentrale Schnittstelle bilden dabei die sogenannten E-Lotsen. Wolfgang Löblein beschrieb ihre Rolle als flexibel und praxisnah: Sie unterstützen Vereine, beantworten Fragen – etwa zu Fördermöglichkeiten oder rechtlichen Rahmenbedingungen. Gleichzeitig zeigte Gudrun Zahn, wie niedrigschwellig der Einstieg ins Engagement heute sein kann: Für sie sei es vor allem der Wunsch, etwas zu bewegen und gemeinsam mit anderen Ideen umzusetzen, der sie zur Ausbildung als E-Lotsin motiviert habe.
Auch aus Sicht des Gewerbes wurde die Bedeutung des Ehrenamts hervorgehoben. Daniel Deckers, 2. Vorsitzender des Gewerbevereins GiGu schilderte, wie bereichernd die Vernetzung mit engagierten Menschen sei – nicht nur persönlich, sondern auch für Projekte wie die Messe selbst. Unternehmerin Sonja Heuser (Sonjas Blumengarten) ergänzte, dass gerade nach den Einschnitten der Corona-Zeit der persönliche Austausch wieder an Bedeutung gewonnen habe: Veranstaltungen wie die „m3“ schafften Räume für Begegnung, Vertrauen und neue Impulse.
Ein wiederkehrendes Thema der Runde war der Wandel im Ehrenamt. Klassische, langfristige Bindungen werden zunehmend durch projektbezogenes Engagement ergänzt. Während dies neue Zugänge eröffnet, bleibt die Herausforderung bestehen, dauerhaft Verantwortung zu sichern. Die Diskussion machte jedoch deutlich: Wenn es gelingt, Menschen positive Erfahrungen und echte Mitgestaltung zu ermöglichen, entsteht oft mehr als nur kurzfristige Beteiligung.
So wurde die Talkrunde zu einem lebendigen Zusammenspiel von Ehrenamt und Verwaltung – getragen von der gemeinsamen Überzeugung, dass Engagement der Schlüssel für eine starke und zukunftsfähige Gemeinschaft ist. Die Moderation übernahm Redaktionsleiter Axel S.
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