SKB beklagt erneuten Ausfall des beliebten Burgfestes

Coronabedingt sagt der Sport- und Kulturbund (SKB) das für Pfingsten vorgesehene Burgfest auf der Ochsenwiese erneut ab. Daniel Martin, Vorsitzender der Gustavsburger Dachorganisation, weiß um die Bedeutung dieses Mega-Events, das angesichts der Pandemie zum zweiten Mal in Folge nicht stattfindet. Mit etwas Wehmut erinnert Daniel an die Historie des Burgfestes, das durch das Jubiläum des Fußballclubs Germania 05 im Jahr 1955 begründet wurde. Ein von der Bevölkerung begeistert aufgenommener Festzug, an dem sich alle örtlichen Vereine und nicht zuletzt auch die Schuljugend beteiligten, von dem auch der damalige Bürgermeister Gustav Brunner in den Bann gezogen wurde. Dem Rathauschef gebührt die Ehre, als „Gründervater“ des Burgfestes genannt zu werden. Maßgeblich hatte sich Brunner für die Großveranstaltung in Gustavsburg eingesetzt. Offiziell wurde an den Pfingsttagen 1956 zum ersten Mal unter Mitwirkung aller Vereine in Gustavsburg mit großem Erfolg gefeiert. Bis heute erfährt das volkstümliche Fest einen herausragenden Stellenwert und gilt seitdem als Gustavsburger Aushängeschild. 

Im Jahr 1982 wurde das Burgfest von der Ochsenwiese auf das Parkgelände des Bürgerhauses verlagert, ehe Bürgermeister Richard von Neumann ab dem Jahr 2002 das Volksfest auf der Ochsenwiese ermöglichte und den Grundstock für eine „goldene Zukunft“ dieses Volksfestes legte. An den Pfingstfeiertagen luden die Standbeschicker zum Genuss der Speisen und Getränke ein, Kinder nutzten die Gelegenheit zu zahlreichen Fahrt-Attraktionen und das kulturelle Programm erfüllte die unterschiedlichen Geschmäcker der Musik-Freunde. Eine breitgefächerte Angebotspalette, die angesichts der Corona-Pandemie aber leider nicht genutzt werden kann. Daniel Martin bedauert dies, macht aber deutlich, dass angesichts der in den vergangenen Jahren verzeichneten Besucherzahlen eine solche Veranstaltung nicht durchführbar ist. Unter Berücksichtigung des Publikumsaustausches während des Tagesprogramms, dem Besuch des Künstlermarktes und der abendlichen Musikveranstaltungen wurden an den vier Pfingstfeiertagen 20 000 Menschen gezählt, so der SKB-Vorsitzende. 29 Vereine gehören zum SKB, am Burgfest beteiligen sich 13 Mitglieder der Dachorganisation. Angesichts des erneuten Ausfalls „brechen uns alle Einnahmen weg“, sagt der rührige SKB-Vorsitzende. Für die Schausteller und die Berufsmusiker ist die Pandemie seit über einem Jahr ein existenzielles Problem, ergänzt Daniel. Die Stadt Ginsheim-Gustavsburg unterstützt das Heimatfest, der Hauptanteil wird aber von Sponsoren und den beteiligten Vereinen finanziert. Nicht unerwähnt bleibt das Engagement der zahlreichen Helferinnen und Helfer, die teilweise für die Festtage Urlaub genommen haben, um zum Erfolg des Burgfestes in ehrenamtlicher Weise beizutragen. Finanziell muss der SKB auch den Künstlermarkt „auf die Beine stellen“. Für die Vorbereitungs- und Planungszeit sind neun Monate erforderlich, hebt Daniel Martin hervor. 

Norbert Fluhr



20.05.2021