Im festlich dekorierten Georg-Büchner-Saal des Landratsamtes Groß-Gerau wurden am vergangenen Freitag fünf engagierte Bürgerinnen und Bürger mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet: Edeltraud Rech, Günter Baral und Michael Moise – aus der Mainspitze. Ebenfalls ausgezeichnet wurden Karl Norbert Merz aus Nauheim sowie Walter Seeger aus Groß-Gerau.
Landrat Thomas Will begrüßte die Gäste mit persönlichen Worten – und überraschte gleich zu Beginn mit einer ungewohnten Ankündigung. „Ich bin heute zum ersten Mal bei dieser Feierstunde mit kurzärmligem Hemd und ohne Krawatte hier“, sagte er mit einem Schmunzeln. „Es wird auch ein Eis geben – auch das gab es noch nie.“ Mit einem Zitat des Dalai Lama eröffnete er seine Ansprache: „Schwierige Zeiten lassen uns Entschlossenheit und innere Stärke entwickeln.“ Auch mit Blick auf die finanzielle Lage der Kommunen fand der Landrat deutliche Worte. „Das Ehrenamt darf nicht zur Notlösung werden, wenn staatliche Strukturen an ihre Grenzen geraten“, betonte er. „Unser Ziel ist es, Engagement zu stärken – und nicht Verantwortung abzuwälzen.“ Die Bedeutung freiwilligen Engagements unterstrich Will auch mit Zahlen: Rund 37 Prozent der Menschen ab 14 Jahren engagierten sich bundesweit ehrenamtlich. In Hessen sei der Anteil sogar noch höher. „Jeder zweite Hesse ab 14 Jahren ist im Ehrenamt aktiv.“ Besonders eindringlich formulierte er die Bedeutung der Auszeichnung: „In Wahrheit ehren wir heute ja nicht nur fünf Menschen – sondern die Idee, dass Menschen bereit sind, mehr zu tun, als sie müssen.“
Günter Baral: Seit Jahrzehnten unverzichtbar für den TV Bischofsheim
Mit Günter Baral wurde ein Mann geehrt, der sich seit 1995 für den TV 1883 Bischofsheim einsetzt. Dort bringt er vor allem seine umfangreiche Erfahrung im Finanzwesen ein. Als früherer Bankkaufmann verantwortet Günter die Finanzen eines großen Vereins – eine Aufgabe, die in Umfang und Verantwortung durchaus mit der eines mittelständischen Unternehmens vergleichbar ist. Darüber hinaus engagiert sich Günter als Wanderwart beim Vogelsberger Höhenclub, Sektion Mainz, sowie als Sitzungspräsident der Pfarreifastnacht St. Peter/St. Emmeran in Mainz.
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Edeltraud Rech lebt die deutsch-französische Freundschaft
Edeltraud Rech prägt seit mehr als 20 Jahren die Städtepartnerschaft zwischen Ginsheim-Gustavsburg und dem französischen Bouguenais. Ihr Einsatz gilt dabei unter anderem der Organisation von Reisen. Sie kümmert sich um Busfahrten, plant Abläufe und sorgt sogar für die Zimmerverteilung. Landrat Thomas Will würdigte ihren Einsatz als „gelebte Völkerverständigung“. „Dass Sie dabei auch ganz praktisch mit anpacken — etwa beim Crêpes-Backen auf dem Weihnachtsmarkt — zeigt, wie tief Sie mit dem Verein, mit der Stadt und mit dieser Partnerschaft verbunden sind“, sagte Thomas Will.
Michael Moise prägt den TSV Ginsheim
Seit 1986 ist Michael Moise in leitender Funktion im Sport aktiv. Seine Laufbahn begann im Karate in Frankfurt, später engagierte er sich in Ginsheim bei der TSV, seit 2013 als Vorsitzender. Der Landrat bezeichnete ihn als jemanden, der „für Engagement und Vereinsentwicklung steht“. „Besonders hervorzuheben ist der Rhein-Main-Karate-Cup“, sagte Thomas Will. Auch über den Verein hinaus ist Michael aktiv und engagiert sich auf Landesebene. Seine persönlichen sportlichen Erfolge im Karate fanden ebenfalls Erwähnung, sowie seine Idee einer Geschäftsstelle des TSV Ginsheim im Ortskern.
Neben den Geehrten aus der Mainspitze wurden auch Karl Norbert Merz aus Nauheim, sowie Walter Seeger aus Groß-Gerau ausgezeichnet. Für den musikalischen Rahmen sorgten Carolin Grün an der Geige und Xiaomeng Wang am E-Piano. Zum Abschluss der Feierstunde setzten sie mit einer gefühlvollen Interpretation der „Csárdás“ von Vittorio Monti einen eindrucksvollen Schlusspunkt.
Der Ehrenbrief des Landes Hessen wird an Menschen verliehen, die sich über viele Jahre hinweg in besonderer Weise ehrenamtlich engagieren – etwa in der Kommunalpolitik oder in gemeinnützigen Vereinen. Voraussetzung ist ein mindestens zwölfjähriges Engagement.
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