Wie der Vater ist er begeisterter Handwerker, von der Mutter lernte er Landwirtschaft ökologisch zu gestalten, mit Eltern und Bruder restaurieren und betreiben sie das „Lichtspielhaus“ in Ginsheim. Die Musik ist seine Passion, mit vier Jahren konnte er beim Klavierunterricht kaum über die Tastatur schauen, in der Mainzer Christuskirche hat er die „D-Prüfung“ an der Orgel bestanden und ist mit 21 einer der jüngsten Kirchenorganisten. Magnus Treber wäre in vergangenen Jahrhunderten als „Wunderkind“ bezeichnet worden. Aber wer mit ihm spricht, erfährt ganz schnell, dass ihn Bodenständigkeit und Bescheidenheit viel mehr charakterisieren.
Von der Konfirmation in den Kirchenvorstand
Wir treffen uns auf der höchsten Erhebung in Bischofsheim, in der Evangelischen Kirche, dort wo Magnus Treber getauft und konfirmiert wurde. Er hat den großen Schlüssel zum Portal; denn seit ein paar Jahren ist er Organist in Teilzeit. Zudem wurde er vor kurzem in den Kirchenvorstand berufen. Die Pfarrer Klaus Gottschlich und Katharina Meckbach haben seine musikalischen Interessen für die Orgel gefördert. Die ist nicht nur das größte Musikinstrument, Orgelbau und Orgelmusik wurden zudem von der UNESCO als „Immaterielles Kulturerbe der Menschheit“ ausgezeichnet.
Von Bach bis Queen
„1640 Pfeifen stehen zu Verfügung“, erzählt mir Magnus, die von beiden Händen und den Füßen „als dritte Hand“ für die Bässe bedient werden. Die Orgel ist seit Johann Sebastian Bach Teil der Liturgie von Gottesdiensten, begleitet die Gemeinde bei den Gesängen und die Predigt der Pfarrer mit „Halleluja“ und „Amen“. „Bei Einzug und Auszug darf ich frei gestalten“ ergänzt der junge Musiker und erinnert auch an ein „einzigartiges Kirchenbeben“ als bei der Konfirmation 2021 Hunderte Kirchenbesucher den Rhythmus von „We will rock you“ mitgeklatscht haben.
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Vom Hitzesommer zum Klimaforscher
Magnus Treber zählt sich zur „ersten Generation mit digitalem Smartphone“ und er gehöre „zur letzten ohne Künstliche Intelligenz“. Nach dem Besuch der Bischofsheimer Mangold-Schule wechselte er an das Mainzer Frauenlob-Gymnasium und begann gleich nach dem Abitur an der Johannes-Gutenberg-Universität ein Studium der Geowissenschaften. „Das sind die, die sich für alles unter der Erde interessieren“, beginnt er sein berufliches Interesse zu skizzieren und markiert seine Motivation: „Wenn man in der Landwirtschaft aufwächst, geht man mit einem anderen Blick durch die Welt!“ Auslöser für seine Forschungen in seiner Bachelor-Arbeit seien auch die Auswirkungen des letzten „Hitzesommers“ gewesen, weshalb er sich derzeit mit der Auswertung von „Grundwassertemperaturdaten“ in Hessen beschäftigt. Ein Master zum „Klima- und Umweltwandel“ soll folgen.
Mehr Kunst und Kultur
Mein „Zeitzeugengespräch“, erstmals mit einem sehr jungen Mitglied unserer Gemeinde, endet mit vielen Hinweisen, was Magnus Treber auch noch umtreibt. Er ist aktiver Dampfbahn-Modellbauer, Saxophon-Stipendiat der Kulturstiftung und Honorarkraft beim Kulturbüro in unserer Nachbarstadt, er engagiert sich für das „Blaue Haus“ des Künstlers Jürgen Seng in der Mainzer Straßen in Bischofsheim und als Teamer bei den Ferienspielen des hiesigen Heimat- und Geschichtsverein im Kultursommer. Und wenn es seine Zeit zulässt, dann will sich Magnus Treber noch mehr für Kunst und Kultur in der Mainspitze kümmern. Wir werden es sehen und hoffentlich hören.
Professor Dr. Wolfgang Schneider
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