Jubiläumskonzert mit Andreas Zopf

20 Jahre Hospiz Mainspitze

Im Rahmen der Feierlichkeiten anlässlich seines 20-jährigen Bestehens hatte der Verein Hospiz Mainspitze e. V. zu einem Orgelkonzert von Andreas Zopf am 14. Juli in die evangelische Kirche in Ginsheim eingeladen. Mit der Auswahl unterschiedlicher Stücke, kurzweiligen Einführungen in das Leben und Schaffen der Komponisten, hatte der Organist ein unterhaltsames Programm gestaltet.

 

Die Besucher erwartete zur Begrüßung ein Glas Sekt. Andreas Zopf, selbst gebürtiger Ginsheimer, war bereits zugegen, unterhielt sich mit den Gästen und sagte alten Bekannten „Hallo“. Susanne Kühn-Benning, Vorsitzende des Hospizvereins betonte dann auch in ihrer Begrüßung, dass der „Ginsemer Bub“, der seit 1991 in Leverkusen lebt, wohl nicht nur wegen „Mutters Küche“ immer wieder nach Ginsheim kommt.

Bevor Zopf die Orgel zum Klingen brachte, begrüßte auch er das Publikum und stimmte die Zuhörenden humorvoll auf den ersten Komponisten, den „jungen Wilden“, Johann Sebastian Bach (1685–1750), ein: Er erzählte die Anekdote von der Prügelei des jungen Bachs mit seinem Schüler. Passend dazu ließ Zopf Bachs lebhafte Fuge G-Gur, BWV 577 kräftig ertönen. Hier bekamen die Zuhörer einen ersten Eindruck, wie leichtfüßig Zopf das Pedalspiel beherrscht.

Nach dem barocken Auftakt wechselte Zopf zur Romantik zu Richard Bartmuß (1859–1910). Von ihm erklangen die innig wirkenden Stücke „Gebet“ und „Duett“ aus „Charakterstücke“ op. 36. Der gesangliche Charakter lässt sich auf Bartmuß‘ Gesangsausbildung zurückführen, vermutet Zopf.

Als nächster Komponist folgte Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847). Von ihm spielte Zopf zwei Stücke aus den „Sechs Orgelsonaten“ op. 65, die als Höhepunkte von Mendelssohns Arbeiten für die Orgel gelten. 

Mit dem darauffolgenden Stück von Robert Schumann (1810–1856) schlug Zopf die Brücke zurück zu Bach und zum Barock: Studie in kanonischer Form As-Dur op. 56. Darin beschäftigte sich Schumann mit alten Werken, vor allem mit denen Bachs. Es handelt sich um „sechs kurze Miniaturen mit jeweils einem sehr poetischen Charakter“, erläuterte Zopf.

Einen gewaltigen Schlusspunkt setzte Zopf mit Bachs Präludium und Fuge h-Moll, BWV 544. So kraftvoll, wie das Stück endete, war der Applaus. Nach der Danksagung durch Kühn-Benning gab Zopf gerne eine Zugabe aus Mendelssohns op. 65.  

 

Nach dem Konzert führten die Besucher – unter anderen auch Zopfs stolze Mutter – angeregte Gespräche. Zopf gesellte sich dazu und stieß mit einem „Auf ein schönes Zusammensein!“ mit den Gästen an.

Ingrid Komossa


Über Andreas Zopf

Das Studium der evangelischen Kirchenmusik verschlug den in Ginsheim geborenen und aufgewachsenen Andreas Zopf zunächst nach Köln. Dort erwarb er nach seinem Studienabschluss zusätzlich sein Diplom im Fach Orgel. Nach einigen Jahren kirchenmusikalischer Arbeit in Köln ging Zopf nach Leverkusen, wo er seit 1991 Kantor der Petruskirche ist. Aufgrund seiner Verbundenheit mit Ginsheim – seine Mutter lebt hier – hatte Zopf schon in der Vergangenheit Orgelkonzerte in Ginsheim gegeben.



27.07.2023