Wie bei einer Familie, in der die Kinder eines Tages flügge werden, steht auch der Förderverein der Albert-Schweitzer-Schule Ginsheim (kurz: F.A.S.S.) vor einer entscheidenden Phase des Wandels. Seit vielen Jahren ist der Verein fester Bestandteil des Schullebens – er organisiert Feste, unterstützt die Schulbücherei, kümmerte sich um Geschenke für die Erstklässler und den Nikolausbesuch, half bei der Anschaffung von Klettergerüsten und Hochbeeten und war zudem Träger der Schulkinderbetreuung.
Doch wie es im Leben eben ist: Kinder werden älter – und verlassen irgendwann das Haus. So ist es auch beim F.A.S.S. Viele Kinder der Eltern, die über Jahre hinweg Verantwortung trugen, besuchen längst weiterführende Schulen.
„Ich mache das, bis die Albert-Schweitzer-Schule zur Ganztagsschule wird“, sagte der erste Vorsitzende Sokrates Vrouvakis einst. Nun ist dieser Zeitpunkt gekommen – und mit der neuen Schulstruktur verlor der Verein nicht nur seine Rolle als Träger der Schulkinderbetreuung, sondern steht auch personell vor einem Umbruch. Die klassischen Aufgaben – etwa die Organisation des Sommerfestes, die Unterstützung der Bücherei und die Anschaffung von Schulhofgeräten – bleiben bestehen. Doch die Verantwortung dafür, dass all dies weiterhin möglich bleibt, liegt künftig in neuen Händen. Im Moment allerdings sind diese neuen Hände noch nicht in Sicht: Im Vorstand und im erweiterten Organisationsteam sind derzeit nur noch zwei Mütter aktiv, deren Kinder die Grundschule auch über das aktuelle Schuljahr hinaus besuchen werden. Der Rest der Engagierten steht kurz davor, die Schule „zu verlassen“ – ganz so, wie es ihre Kinder schon getan haben.
Vorstand vor Rückzug
Vor allem die geschäftsführenden Vorstandsmitglieder – also Vorsitz, Stellvertretung, Kassenführung und Schriftführung – werden in ihrer bisherigen Besetzung voraussichtlich nicht mehr antreten. Die stellvertretende Vorsitzende Anne Hübner, deren Zwillinge inzwischen die 5. Klasse besuchen, unterstützt den Verein derzeit noch aus Solidarität. Vorsitzender Sokrates Vrouvakis ist bereits seit Jahren ohne schulpflichtige Kinder an der Albert-Schweitzer-Schule aktiv.
Der Verein braucht neue Träger – Eltern, die die Schule aktuell erleben, deren Kinder morgens mit leuchtenden Augen zur Schule gehen, und die bereit sind, ein Stück Verantwortung zu übernehmen.
Unter der Anzeige geht der Artikel weiter
„Jetzt ist die Zeit, einzusteigen“
Die nächste Gelegenheit, sich zu informieren und einzubringen, bietet sich am Mittwoch, den 5. November, um 19:30 Uhr im Bürgerhaus (Konferenzraum 2). Dort lädt der Förderverein zu seiner Mitgliederversammlung ein – und richtet einen eindringlichen Appell an alle Eltern und Interessierten. „Es wäre toll, wenn viele Interessierte kommen würden“, sagt Schriftführerin Fatima Asbai. „So könnte die Übergabe bis zum nächsten Jahr in Ruhe organisiert werden.“
Denn auch wenn die Vorstandswahlen erst im Herbst 2026 stattfinden, steht schon jetzt fest: Wenn keine neue Vorstandsmitglieder in die Gemeinschaft des Förderverein einziehen, wird dieser in seiner bisherigen Form nicht weiterbestehen. Jedes Haus braucht Bewohner, die es mit Leben füllen. Und die Albert-Schweitzer-Schule braucht ihren Förderverein – heute mehr denn je.
Axel S.
Anne Hübner, Fatima Asbai, Arne Schneider, Katharina Bonn
E-Mail eingeben und alle zwei Wochen das kostenlose E-Paper erhalten.
Do, 02.07.2026 | Anzeigenschluss » Fr, 26.06. (16 Uhr) | Redaktionsschluss » Mo, 29.06. (16 Uhr)
18.06.2026 | 02.07.2026 | 06.08.2026 | 20.08.2026 | 03.09.2026 | 17.09.2026 | 01.10.2026 | 15.10.2026 | 29.10.2026 | 12.11.2026 | 26.11.2026 | 10.12.2026 | 24.12.2026