Am 24. Oktober gehörte das Jugendhaus in Bischofsheim ganz allein den Mädchen. Unter dem Titel „Just girls* in action“ – ausschließlich Mädchen in Aktion – konnten sie einen Nachmittag lang in einem geschützten Rahmen Spaß haben, lernen und einfach sie selbst sein. Gleichzeitig stand ein ernstes Thema im Mittelpunkt: Nicht überall auf der Welt haben Mädchen Zugang zu Freizeit, Bildung und Sicherheit.
Anlass war der Internationale Mädchentag, der seit 2012 jedes Jahr am 11. Oktober gefeiert wird. „Der Tag soll auf Diskriminierung und Ungleichbehandlung von Mädchen aufmerksam machen und ihre Rechte weltweit stärken“, erklärte Janina Windgaß von der Jugendpflege Bischofsheim. Windgaß war Mitorganisatorin der kreisweiten Aktion, die vom Jugendbildungswerk des Kreises Groß-Gerau, dem Arbeitskreis „Mädchenarbeit im Kreis Groß-Gerau“ und dem Mädchenarbeitskreis Rüsselsheim koordiniert und organisiert wurde.
Kinderrechte
Alexandra Zerl vom Jugendbildungswerk betonte in ihrer Begrüßung, dass Mädchen – laut UN-Kinderrechtskonvention – die gleichen Rechte haben wie Jungen. In vielen Ländern sei das aber noch immer nicht Realität: Mädchen dürfen dort oft keine Schule besuchen oder müssen heiraten. Doch auch im Alltag hierzulande gebe es Unterschiede, sagte Zerl. Manchmal seien es kleine Dinge wie: Jungs dürfen draußen toben, Mädchen sollen im Haushalt helfen.
Klischees überwinden
Bürgermeisterin Lisa Gößwein regte die rund 60 Teilnehmerinnen an, sich zu fragen, ob sie wie ihre Brüder behandelt werden. Und sie legte ihnen ans Herz: „Denkt nicht in Grenzen, trefft mutig Entscheidungen und holt euch Unterstützung bei starken Frauen“ Passend zu ihrem Appell „Lasst euch nichts einreden“ folgte ein Kurzfilm, der gängige Klischees über Mädchen in Frage stellt.
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Was bedeutet „wie ein Mädchen“?
In dem Film „Like a Girl“ werden Frauen, Männer und Jungen aufgefordert, wie ein Mädchen zu rennen, zu kämpfen und zu werfen: Sie laufen x-beinig, bewegen sich unbeholfen, lasch und albern. Danach zeigen Mädchen selbst, wie sie laufen, kämpfen und werfen: sportlich, ernsthaft, kraftvoll. Zerl bestärkte die jungen Zuschauerinnen, sich nicht von Klischees einschüchtern zu lassen; ihre Botschaft: „Traut euch ‚Nein‘ zu sagen, wenn ihr ‚Nein‘ fühlt und denkt.“
Wissbegierig, kreativ und aktiv
Die Mädchen lauschten aufmerksam den Beiträgen und verfolgten gespannt den Film, bevor sie an verschiedenen Stationen kreativ werden konnten – etwa bei ihrer Selbstdarstellung in Collagen oder „Stärkungsblumen“. Ihr Wissen stellten sie beim „1, 2 oder 3“-Quiz unter Beweis. Einige nutzten die Gelegenheit, der Bürgermeisterin Fragen zu stellen und zu erfahren, wie man Politikerin wird. Zum Abschluss stand eine gemeinsame Tanzanimation auf dem Programm, die in einen Discoabend überging.
Ingrid Komossa
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