Theaterstück sensibilisiert für Cybermobbing

Drastisch, aber einfühlsam klärt die Theatergruppe „Comic On!“ über die Gefahren in sozialen Medien wie Facebook, TikTok, und Snapchat auf. Das Jugendstück „[email protected]“ zeigt, wie rasch junge Menschen zum Opfer von Mobbing im Internet werden können.

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Wie fühlt sich Cybermobbing an?

Die Aufführung in der Aula der Integrierten Gesamtschule Mainspitze (IGS) am 24. November eröffnete rund 80 Fünftklässlern einen eindrucksvollen Einblick, wie leicht Mobbing im Internet entstehen kann. Die Geschichte erzählt in Jugendsprache und Rap-Songs von Lizzy, die ihren Mitschüler Mik beleidigt, schikaniert, bestiehl und tritt. Schließlich erpresst sie ihn mit einem Handyvideo, das sie heimlich von seiner Freundin Natalie auf der Toilette aufgenommen hat. So geraten sowohl Mik als auch Natalie in die Abwärtsspirale aus Einschüchterung, Angst und Ausweglosigkeit. Und es geht weiter: Lizzy veröffentlicht manipulierte Videos, die ihre Mitschüler bloßstellen. 

Das Stück macht eindringlich spürbar, wie sich Mobbing anfühlt – für Opfer, Täter und Beobachter. Der Song „Du träumst davon, dich zu wehren, weißt aber nicht, wie das geht“ bringt die Verzweiflung der Opfer auf den Punkt. 

 

Wege aus der Mobbing-Spirale

Die Inszenierung zeigt aber auch Wege aus der Cybermobbing-Falle und gibt konkrete Tipps: das eigene Profil auf „privat“ stellen, Mobber blockieren und melden. Im Anschluss an die 45-minütige Aufführung vertieften die drei jungen Schauspieler das Thema mit den Schülern. Gemeinsam klärten sie, dass man sich Hilfe holen soll – bei Familie, Freunden, Lehrkräften oder auch bei der Polizei. Nahezu alle gezeigten Aktionen sind verboten: Beleidigung, Diebstahl, Körperverletzung, Verletzung der Privatsphäre und des Rechts am eigenen Bild sind Straftaten. Das Veröffentlichen intimer Fotos von Minderjährigen kann sogar als Kinderpornografie gewertet werden, erklärten die Schauspieler.

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Einmischen ist wichtig

Wer Mobbing beobachtet und nicht hilft, trägt Mitschuld. „Wer nichts macht, macht mit“ erklärte eine Schauspielerin und ermutigte: „Wenn ihr Angst habt, was völlig normal ist, sucht Gleichdenkende, tut euch zusammen, redet miteinander und mit Menschen, denen ihr vertraut.“ Das Fazit der Gruppe: Respekt ist die Basis – wer respektiert werden möchte, sollte andere ebenso behandeln. 

 

Beitrag zur Gewaltprävention

Cybermobbing ist eine Form von Gewalt. Das Stück leistet daher einen wichtigen Beitrag zur Prävention und ergänzt die bestehenden Schulangebote wie Soziales Lernen. 

Vor- und nachbereitet wurde die Aufführung von der Schulsozialarbeit, unter anderem von Diplom-Sozialpädagogin Romy Stahl-Miceli. Sie zeigte sich besorgt, weil die Altersgrenze für das Thema stetig sinkt. „Vor einigen Jahren spielte Cybermobbing vor allem in den sechsten Klassen eine Rolle. Heute betrifft es bereits Fünft- und Viertklässler, weil Kinder inzwischen oft schon mit zehn Jahren ein Smartphone erhalten“, erklärte sie.

Ingrid Komossa


neuesausdermainspitze.de // 04.12.2025