Wenn man einen Abend wie einen Pinselstrich beschreiben könnte, dann wäre die Vernissage zum 100. Geburtstag von Heinz Langer in der Bücherei Bischofsheim am 19. November 2025 wohl ein leicht verschmitzter Schwung – einer, der zeigt: Kunst lebt weiter, gerade wenn man gemeinsam daran malt.
Schon Bürgermeisterin Lisa Gößwein setzte den ersten Strich auf die Leinwand des Abends: Mit herzlicher Begrüßung erinnerte sie daran, dass Langer „genau heute hätte feiern können – und so feiern wir ihn“. Und tatsächlich: Die Bücherei war prall gefüllt mit Menschen, Erinnerungen und Farbe.
Mechthild Rühl, Vorstandssprecherin des Heimat- und Geschichtsvereins, fügte im nächsten Pinselzug ein kräftiges Kapitel Vereinsgeschichte hinzu: Ein Jubiläumsjahr, „in dem wir unsere Geschichte mit Geschichten gefeiert haben“ – und heute eben mit einem Künstler, „an den wir gerne erinnern wollen. Auch mit unserem Bischofsheimer Kalender 2026.“
Den feinen Konturen des Abends widmete sich dann Professor Dr. Wolfgang Schneider, dessen Fliege – selbstverständlich – elegant mitwippte. Seine Laudatio skizzierte Langer als „Autodidakt und Augenmensch“, der Ordnung, Wahrheit und Schönheit nicht nur malte, sondern lebte. Der Professor zitierte aus Langers eigenen Worten: „Ich will das Schöne festhalten“, ein Satz, der sich anfühlte wie ein ruhiger Horizontstrich in all den farbigen Lebensgeschichten.
Die Töchter Cornelia Haus und Angelika Dorscheid setzten anschließend warme, persönliche Farbtöne: „Seine ganze Aufmerksamkeit galt der Kunst“, erzählten sie – und wie schnell im Urlaub die Staffelei aufklappte, „kaum waren wir angekommen“. Es war, als hörte man das Kratzen des Bleistifts noch im Raum nachhallen.
Musikalisch wurde es durch Schwiegersohn Bert Haus, der mit Langers Original-Gitarre spielte – ein Moment, der klang wie ein weicher Aquarellverlauf zwischen Erinnerung und Gegenwart.
Und dann: der letzte große Pinselstrich – die Vorstellung des Bischofsheimer Kalenders 2026, gestaltet von Bernd Claas, der ebenfalls anwesend war. Der Kalender, so wurde mehrfach betont, sei nicht nur eine Sammlung schöner Motive, sondern eine Fortsetzung von Langers Blick auf seine Heimat. „Ein Stück gezeichnete Geschichte“, sagte Mechthild Rühl, „genau in Langers Sinne.“
Ab sofort ist der Kalender erhältlich – und zwar in der Bücherei Bischofsheim, der Postagentur im Klinker-Zentrum, dem Bischofsheimer Heimatmuseum, der Blumenwerkstatt Käthe Knobloch, und im Hofladen Bersch/Mähn.
Beim anschließenden Sekt und Saft mischten sich Stimmen, Lachen und Erinnerungen – wie Tupfer auf einer Palette, die sich zu einem Gesamtbild fügen. Ein Bild, das zeigt: Heinz Langer hat seine Spuren hinterlassen. Und wir malen sie weiter.
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