Ein Meisterstück zum Abschluss

Schreinermeister Ribbe geht in Ruhestand

Wer eine Werkstatt betritt, in der hochwertiges Holz verarbeitet wird, erkennt schnell, ob hier über Jahrzehnte ein Meister gearbeitet hat. In Bischofsheim steht eine solche Werkstatt: die von Schreinermeister Mathias H. Ribbe. Zum Jahresende geht er nach 34 Jahren Selbstständigkeit in den Ruhestand – und übergibt sein „Werkstück“ in vertrauensvolle Hände.

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Übernahme und Ausbau

1990 stieg Mathias Ribbe in die Schreinerei Engert in der Rheinstraße in Bischofsheim ein. Zwei Jahre später übernahm er sie offiziell – erst unter dem Namen „Schreinerei Engert, Inhaber Schreinermeister Ribbe“, später unter seinem eigenen. Der wichtigste Meilenstein folgte im Jahr 2000: Mathias pachtete das Grundstück in der Wilhelmstraße 12 und baute dort seine eigene Werkstatt – mit großzügiger Lagerfläche, Büro und Platz für die Firmenfahrzeuge. 2001 zog das Unternehmen ein: ein maßgefertigtes Zuhause für den Betrieb. Mathias Ribbe übernahm die Mitarbeiter der Schreinerei Engert und bildete im Laufe der Jahre zwölf Auszubildende aus. An seiner Seite stand stets seine Frau Ellen Ribbe – seit 31 Jahren kaufmännische Angestellte und das organisatorische Herz des Unternehmens. Gleichzeitig pflegte sie ihre künstlerische Ader: Seit 25 Jahren ist Ellen als bildende Künstlerin tätig, seit 2020 mit Galerievertretung in Husum. 

Jochen Weller begleitet den Betrieb seit 1996. Matthias und Jochen kennen sich seit der Lehrzeit bei Karl Blaufuss. Als Blaufuss aus Altersgründen schloss, setzte sich Karl Blaufuss dafür ein, dass Mathias seinen Mitarbeiter Jochen übernahm. Jochen Weller blieb seitdem fest im Bestand des Unternehmens. 2013 kam Benyame Tekeste dazu – erst als zuverlässiger Auszubildender und heute geschätzter Geselle.

 

Betriebsübergabe an Jochen Weller

Mathias hatte Jochen schon früher angeboten, den Betrieb weiterzuführen – und nun wurde aus der Idee ein Plan. Die Pacht konnte um zwei Jahre verlängert werden, sodass der Betrieb am vertrauten Standort erhalten bleibt. Ab dem kommenden Jahr heißt die Werkstatt: Montagebau Weller – Lieferung, Montage und Reparatur von Fertigbauteilen.

 

Während in Bischofsheim ein neues Kapitel beginnt, zieht sich Mathias Ribbe in die wohlverdiente Rente zurück – aber nicht ohne neue Pläne. Mit seiner Frau Ellen geht es in ein kleines Dorf nahe Husum in Schleswig-Holstein, 650 Kilometer nördlich. Die beiden sind der Region seit Langem verbunden. 2006 kauften sie dort ihr erstes Häuschen, 2017 ein neues, größeres. Für Ellen wird sich wenig ändern – denn: „Die Künstlerin geht nicht in Rente.“ Ihre Arbeiten werden weiterhin in Husum und im BBK gezeigt. Mathias hingegen freut sich auf Gelassenheit. Er möchte handwerklich weiter tätig bleiben – für eigene Projekte. Und er möchte wieder Gitarre spielen. Musik nicht fürs Publikum, sondern für sich selbst.

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Gebürtig aus Ginsheim, wollte Matthias Ribbe von Anfang an Schreiner werden. Doch der Weg in die Werkstatt war alles andere als leicht. Durch sein Abitur hatte er es schwer, einen Ausbildungsplatz zu finden. Erst Karl Blaufuss (damals Innungs-Obermeister) in Walldorf, ermöglichte ihm eine Lehrstelle. Fast wäre es dazu nicht gekommen, denn Blaufuss hatte bereits einen Auszubildenden. Es war die Frau des Lehrmeisters, die sich für Ribbe einsetzte. Nach Lehr- und Gesellenzeit folgte 1989 die Meisterschule in Bad Wildungen. Schon damals stand für ihn fest: „Ich möchte später selbstständig sein.“



neuesausdermainspitze.de // 04.12.2025