Vorlesetag in der Gustav-Brunner-Grundschule

Eine ganze Schule im Lesefieber

Am 21. November, dem bundesweiten Vorlesetag, zeigte die Gustav-Brunner-Schule (GBS), wie Geschichten Fantasie, Verstehen und Sprache fördern können. Prominente Gäste, Eltern und Lehrer sowie ein Bücherflohmarkt sorgten dafür, dass die Kinder einen Vormittag lang in die Welt der Erzählungen eintauchen konnten.

 

Von acht bis zwölf Uhr verwandelte sich die Schule in eine große Lesebühne. Seit etwa 15 Jahren wird der Vorlesetag an der GBS gefeiert. Organisiert wurde er in diesem Jahr von der Schulleitung, den Lehrkräften, dem Elternbeirat und dem Förderverein. In allen 14 Klassen wurde jeweils 30 Minuten vorgelesen – interaktiv, mit Fragen, Antworten sowie Mal- und Bastelaktionen. Ein Beispiel: Rita Barthel, die frühere Rektorin der Schule, las die Geschichte von „Stockmann“ vor, der immer wieder mit einem gewöhnlichen Stock verwechselt wird. Die Kinder folgten gespannt und lebhaft den Abenteuern des Stockmanns. Immer wieder unterbrach Barthel das Vorlesen, um mit den Kindern über die Geschichte zu sprechen. Am Ende klatschen die Kleinen über den guten Ausgang und als Dankeschön fürs Vorlesen. Im Anschluss bastelten die Kinder ihren eigenen Stockmann.

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Vorlesende aus vielen Bereichen

Neben Barthel lasen zwei Mütter, eine Polizistin aus Bischofsheim, Bürgermeister Thorsten Siehr, die Landtagsabgeordneten Sabine Bächle-Scholz und Kerstin Geis, der evangelische Pfarrer Marcus Bahnsen aus Gustavsburg, Christina Müllender, Inhaberin der Buchhandlung in der Villa Herrmann sowie ihre Vorgängerin Monika Trapp. Trapp erinnerte an eine frühere Vorlese-Aktion, bei der die Schüler unbedingt das Ende der Geschichte erfahren wollten, so dass sie den Winter über jeden Freitag weiterlas. Christina Müllender schloss für den Vorlesevormittag ihre Buchhandlung. Neben ihrem Besuch an der GBS absolvierte die Buchhändlerin zwei Lesungen an der Albert-Schweitzer-Schule in Ginsheim. „Mir liegt es sehr am Herzen, das Lesen zu fördern“ betonte sie. Mohamed El Ouariachi, Vorsitzender des Fördervereins, freut sich, sie als Botschafterin des Vorlesens und Lesens zu haben. Die Teilnahme so vieler Akteure unterstreicht die Bedeutung des (Vor-)Lesens für Kinder.

 

Premiere: Bücherflohmarkt

Erstmals organisierte der Förderverein zusammen mit dem Elternbeirat einen Bücherflohmarkt, für den rund 500 Bücher gespendet wurden. Die Kinder konnten für einen Euro pro Exemplar neuen Lesestoff erwerben. Der Flohmarkt soll das Vorleseerlebnis in den Familien fortsetzen und die Lesemotivation stärken. El Ouariachi erklärte, das Ziel des Flohmarkts sei, „dass jedes Kind wenigstens mit einem Buch nach Hause geht.“ Nantana Renker, Lehrerin und bisherige Lesebeauftragte, bekräftigte, wie froh sie über die Unterstützung des Fördervereins ist. Miriam Milosev wird die Arbeit von Renker fortsetzen. 

 

Hintergrund

Der bundesweite Vorlesetag wurde 2004 von der Zeitung „Die Zeit“, der Stiftung Lesen und der Deutsche Bahn Stiftung ins Leben gerufen und setzt jedes Jahr ein öffentliches Zeichen für die Bedeutung des Vorlesens. Ziel ist es, Kinder und Erwachsene dafür zu begeistern, denn Vorlesen fördert Sprache, Verstehen und Lesenlernen und somit Bildung.

 

Ingrid Komossa


neuesausdermainspitze.de // 04.12.2025