Inmitten von Leben – so lautet nicht nur der Titel des neuen Chorprojekts von Armin Rauch, sondern auch seine zentrale Botschaft. Wie ein leiser, aber beharrlicher Friedensruf zieht sich die Idee Albert Schweitzers durch das musikalische Vorhaben, das der Organist und Leiter der Ginsheimer Kantorei der evangelischen Kirchen am Damm nun auf den Weg bringt. Dieser Ruf richtet sich ausdrücklich an viele Stimmen: Armin sucht Sängerinnen und Sänger, die Teil dieses Projekts werden möchten.
Das Oratorium „Inmitten von Leben – Chortöne auf den Spuren Albert Schweitzers“ stammt aus der Feder des Offenburger Kirchenmusikdirektors Traugott Fünfgeld, die Texte schrieb Thomas Weiß. Es ist ein Werk unserer Zeit – im wahrsten Sinne des Wortes. „Eine Besonderheit ist, dass der Komponist noch lebt“, sagt Armin Rauch, „und dass Traugott Fünfgeld beim Konzert am Samstag, 9. Mai, selbst den Klavierpart übernehmen wird.“ Für Armin ist genau das ein starkes Zeichen: Musik als lebendige Friedensbotschaft, nicht als Denkmal.
Albert Schweitzer, Theologe, Arzt, Philosoph, Musiker und Friedensnobelpreisträger, formulierte mit seiner „Ethik der Ehrfurcht vor allem Leben“ einen Gedanken, der heute aktueller wirkt denn je. In Zeiten von Klimakrise, geopolitischen Spannungen und gesellschaftlichen Brüchen versteht Armin Rauch das Chorprojekt als musikalische Antwort: „Singt mit. Ihr könnt eine Friedensbotschaft nach außen tragen.“
Die Proben starten am Mittwoch, 11. Februar, im evangelischen Gemeindehaus Ginsheim und finden dann wöchentlich mittwochs von 19:45 bis 21:15 Uhr statt. Der Stammchor der Ginsheimer Kantorei wird dabei durch Projektsängerinnen und -sänger verstärkt. „Ich freue mich, dass schon einige zugesagt haben“, sagt Armin. In der Vergangenheit konnte er für seine Chorprojekte zwischen 30 und 60 Mitwirkende gewinnen.
Mitmachen können alle, die Chorerfahrung und eine Vertrautheit mit Noten mitbringen. Kosten entstehen keine, eine Anmeldung ist nicht erforderlich, und auch wer am ersten Termin verhindert ist, kann in den folgenden Wochen noch dazustoßen. Die Generalprobe ist am Vorabend des Konzerts geplant. Dass unbekanntere Werke manchmal Zurückhaltung auslösen, weiß Armin Rauch aus Erfahrung. „Bei bekannten Stücken wie dem Bach’schen Weihnachtsoratorium wird einem die Bude eingerannt“, sagt er schmunzelnd. Doch gerade das Neue reizt ihn: „Ich finde es spannend, auch Musik aufzuführen, die noch nicht populär ist.“ Zur Komposition selbst fand Armin über persönliche Wege: Er ist mit Traugott Fünfgeld befreundet und erlebte im September bei der Verleihung der Albert-Schweitzer-Medaille an Luisa Neubauer in der Berliner Gedächtniskirche Teile des Werks – und sang selbst mit. So begann seine intensive Auseinandersetzung mit Musik und Botschaft Albert Schweitzers.
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Am Ende steht ein klares Ziel: eine volle Kirche am 9. Mai – und viele Menschen, die die Friedensbotschaft Schweitzers singend weitertragen. Wie Schweitzer selbst es formulierte: „Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.“ Genau dieses Bewusstsein möchte Armin Rauch mit seinem Chorprojekt hörbar machen. Wer eine Stimme hat und sie für den Frieden einsetzen möchte, ist herzlich eingeladen.
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