Von der Kreisverwaltung Groß-Gerau: Auszubildene Mya und Ausbildungsleiter Jan Thomas im Gespräch
Im Alter von 13 bis 15 Jahren haben die wenigsten Schüler Vorstellungen, welchen Beruf sie einmal ergreifen wollen oder welche Möglichkeiten ihnen offenstehen. Rund 350 Schülerinnen und Schüler der Integrierten Gesamtschule Mainspitze (IGS) hatten am 28. und 29. Januar 2026 die Chance, sich über Ausbildungsberufe zu informieren.
Aufwändige Vorbereitung
Die Ausbildungsinfotage werden seit vielen Jahren von der IGS in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung der Stadt Ginsheim-Gustavsburg und der Gemeinde Bischofsheim veranstaltet. Wirtschaftsförderin Sabine Flügel akquiriert gemeinsam mit Bischofsheim und den Gewerbevereinen die Betriebe. Sie erstellt Informationsmaterial und Listen für die Schüler. Thomas Wolf, Lehrer und Beauftragter für Berufsförderung an der IGS, organisiert schulseitig die beiden Tage. Er ordnet jedem Acht- bis Zehntklässler – je nach Interessenangabe – drei Betriebe für jeweils zehnminütige Gespräche zu. Die Jugendlichen können ihre Fragen von Fachleuten beantworten lassen, sich orientieren und erste Erfahrungen für Vorstellungsgespräche sammeln Die Gespräche sind verpflichtend und werden später mit den Lehrkräften aufgearbeitet.
Vielfalt an Firmen und Institutionen
Zwölf der 29 Aussteller in diesem Jahr kommen aus der Mainspitze, die übrigen aus der umliegenden Region. Sie decken Bereiche ab wie Automotive, Groß- und Einzelhandel, Dienstleistung, Stadtverwaltung, Erziehung: Auch die überregionalen Anbieter Bundespolizei und Bundeswehr waren vertreten und besonders gefragt, da sie eine große Bandbreite an zivilen Berufen bieten, erläuterte Wolf. Viele Schüler interessierten sich zudem für den Erzieherberuf und das Friseurhandwerk – zunehmend auch Jungen, fügte Flügel hinzu.
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Mehr Handwerk gewünscht
Die Organisatoren wünschen sich eine stärkere Beteiligung von Handwerksbetrieben. Aufgrund des Fachkräftemangels haben vor allem kleinere Betriebe begrenzte personelle Ressourcen. Um den Betrieben die Teilnahme zu ermöglichen, können sie an nur einem Tag kommen oder Azubis entsenden – so entsteht gleichzeitig ein entspannter Austausch auf Augenhöhe. Auch stundenweise Präsenz oder eine Vorstellung im Unterricht sind geplant, berichtete Flügel. Wolf ergänzte, dass sich die Mitwirkung lohne, da die IGS den Nachwuchs habe, den das Handwerk dringend braucht.
Bürgermeisterin Lisa Gößwein (Bischofsheim) und Bürgermeister Thorsten Siehr (Ginsheim-Gustavsburg) verschafften sich am 28. Januar einen Eindruck vor Ort. Beide betonten den Nutzen für Schüler als auch Betriebe. Es sei eine große Chance, auf die Vielseitigkeit der Berufe aufmerksam zu machen und mit etwaigen Vorurteilen aufzuräumen, hob Siehr hervor.
Ingrid Komossa
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